Reise blog von Travellerspoint

Floripa (Florianopolis)

Am Meer angekommen

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Karte der Insel. Bei der Fingerspitze verbrachte ich die ersten fuenf Tage auf der Insel.

Florianopolis ist eine Insel im Sueden von Brasilien. Von Sueden in den Norden der Insel betraegt die Distanz 120km. Weiter hat es hier 42 Straende. Leider ist in diesem Surferparadies im Moment alles geschlossen, da es Winter und demzufolge zu kalt zum Surfen ist. Die Touristen sind weg und auf der Insel verbleiben die Einheimischen oder dann die Studenten der Universitaet.

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In der Jugi von Iguacu lernte ich Mike aus Utha (USA) kennen. Er hatte ebenfalls vor, nach Floripa zu reisen und so zogen wir eines Nachmittags gemeinsam los. Ich lachte mich halb kaputt, als der gute Herr mit seinem Riesenrucksack und der gesamten Skiausrüstung vor mir stand! Der Arme musste noch so einige Sprüche von wegen Skifahren im schneefreien Brasilien usw. von mir hören. Seine Absicht war es, mit dem Bus nach Chile zu reisen und dort ein wenig unberührten Powder-schnee zu suchen. Na dann... good luck!

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Mike and his skis :-))))))))

Die Busfahrt nach Floripa dauerte 15h. Sie zeigten doch tatsächlich während den ersten paar Stunden den Film „Rambo 4“ in voller Lautstärke!!! Ein ziemlich brutaler Streifen, vor allem wenn man bedenkt, dass oft Kinder in diesen Bussen mitfahren.
Mike und ich versuchten uns ein wenig durch Plaudern abzulenken von den ganzen Schiessereien.

Früh morgens kamen wir in Floripa an. Es war neblig und kalt, aber ich war AM MEER angekommen!!! So genial! Brasiliens „Strandlänge“ beträgt 7200km und ich konnte es kaum erwarten ein paar Meter davon zu sehen.
Aber erstmal war Warten angesagt. Nach einiger Zeit kam Adriano durch die Ankunftshalle gerast, um mich abzuholen. Ich wünschte Mike ein schönes Leben und zog von dannen :-).

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Traumstrand!

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meine beiden privaten Guides; Adriano und Marie

Adriano und seine beste Freundin Marie nahmen beide EXTRA einen ganzen Tag frei, um mir die Insel zu zeigen! Ich konnte es kaum fassen! So nett!
Sie fuhren mit mir zu einigen Stränden und erklärten mir viel über die Natur und die Einwohner von Floripa. Zwischendurch verwandelten wir das Auto in eine rollende Disco und hörten in voller Lautstärke Samba. Die beiden sangen wie wild mit.

Die Schoenheit der Insel wurde leider durch die vielen haesslichen Feriensiedlungen getruebt. Hier stehen tausende von Wohnungen bis auf drei Monate im Jahr leer!!!
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Dieser Herr widmet sein ganzes Leben den Flaschen. Haus, Garten, Umgebung... alles Flaschen. Das nenne ich Altglassammlung!

Als Überraschung fuhren Adri und Marie mich zum Praia da Daniela. War schon toll einen eigenen Strand zu haben und nicht mal davon gewusst zu haben.
Nach der Rundfahrt, einem guten Essen und Diskussionen über Lebensansichten, Politik und andere ernste Dinge fuhren wir zu Adri. Ich blieb fünf Tage bei ihm und seinem WG-Kollegen Juliano.
Die beiden waren so was von gastfreundlich, unglaublich! Sie verwandelten ihr Wohnzimmer in ein Schlafzimmer für mich.

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Gruppenfoto mit meinen Gastgebern Juliano und Adriano

Juliano war ausser Musiker auch noch passionierter Schachtelfalter. Er inszenierte gleich nach meiner Ankunft eine kleine Ausstellung mit seinen Kunstwerken. Natürlich musste ich am ersten Abend diese Faltkunst ebenfalls erlernen. Sehr zur Belustigung der beiden Herren. Sie waren ganz chribblig zu sehen, dass ich es natürlich nicht fertig brachte, irgendwelche achteckigen Spitzen ineinanderzufalten... na ja, irgendwann ging’s dann.

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auf der Autobahn in Richtung "Daniela"

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ich mit meiner Tafel

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und schliesslich Praia da Daniela mit Daniela an der Praia

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Juliano und Marie beim Auspacken der Schachteln

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der Freak mit seinen Schachteln :-)

Als Dank für ihre Gastfreundschaft habe ich den beiden Zopf gebacken. Sie liebten das Brot über alles und wollten mich sofort als ihre erste Hofbäckerin einstellen. Nur mit der Aussprache von „Zopf“ hatten sie so ihre Mühe und wir krümmten uns vor lachen, wenn sie sich unter grösster Anstrengung um die richtige Betonung bemühten. Ich hinterliess ihnen das Rezept und habe tatsächlich schon drei Tage nach meiner Abreise die ersten Beweisfotos erhalten, dass Juliano sich im Backen versucht hat.

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Die Abende verbrachten wir jeweils mit Singen. Das heisst Juliano und Adri sangen und ich klatschte kraeftig mit. Singen ist leider nicht so meine Staerke.

Das Haus der beiden lag direkt am Meer. Ich beneidete sie so, dass sie einfach mal kurz vor dem Frühstück Meeresluft schnuppern konnten!!! Wir sind dann auch oft am Meer spazieren gegangen. Jeden Morgen vor dem Frühstück konnten wir dem Ufer entlang zum kleinen Supermercado einkaufen gehen. So toll!

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Adri mit den Einkaeufen

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Vor dem Fruehstuecken noch relaxen vor dem Firebird (Auto)

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Die Beach hinter dem Haus...

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Der Regen machte unserer Wanderung leider einen Strich durch die Rechnung und wir kehrten wieder um.

Adriano und ich verbrachten viel viel Zeit mit Diskutieren. Es war eine sehr intensive Zeit und ich lerne eine Menge über die Denkweise der Brasilianer. Er machte mir klar, dass viele Brasilianer sehr unter der Situation des Landes und der Regierung litten. Sie fühlten sich als Menschen zweiter Klasse! Ich habe schon oft zu hören bekommen, ich sei eben ein Mensch aus der ersten Welt. Habe diese Aussage aber nie so richtig verstanden.
Adriano machte mir klar, dass sie den Lebensstil der Europärer verehrten. Alle wollen so sein wie sie. Sie behandelten die Europäer wie Götter. Umgekehrt jedoch wurden sie oft sehr herablassend behandelt. Deshalb waren die Touristen aus Europa in ihren Augen arrogante Leute, welche in einer besseren Welt lebten .Dieses Bild haben sehr viele Brasilianer.
Er sagte dann zu mir: „Ich danke Gott jeden Abend, dass er mir dich geschickt hat. Du bist wirklich ein Geschenk des Himmels für mich. Durch dich habe ich wieder Hoffnung erhalten, dass es sich lohnt für ein besseres Leben zu kämpfen. Und ich habe erfahren, dass die Leute aus Europa so sind wie wir, einfach Menschen.“ Dieses Kompliment hat mich sehr gerührt.

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Adriano

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zwischendurch musste mal ne neue Frisur her!

An einem Sonntag holte Celina uns mit ihrem Enkel ab. Der Junge hiess Rafael und war 13 Jahre alt. Ich verbrachte den ganzen Nachmittag mit ihm. Er war so enorm interessiert in allem was ich tat! Seine anfängliche Schüchternheit war rasch verflogen und er plauderte in gutem Englisch mit mir.
So fragte er mich über die Bevölkerung, die Bräuche und die Sprachen der Schweiz aus. Über meine Hobbies und meinen Glauben! Ich war enorm beeindruckt! Rafael war der intelligenteste Junge, welchem ich je begegnet war! Wenn ich während unseren Gesprächen wegschaute dachte ich manchmal, dass ich eine sehr sehr weise und vor allem viel ältere Person neben mir hatte!
Er fragte mich, ob ich Träume habe und setzte sich dann sehr ernst mit meiner Antwort auseinander. Er wolle reisen. Wolle Doktor werden, um andren zu helfen.
Ich war sooooo beeindruckt. Rafael hatte zuvor in seinem Leben noch nie einen Menschen gesehen, der nicht in Brasilien wohnte!
Beim Abschied bemühte er sich sehr um Fassung. Er zuckte dann nur mit den Schultern, sagte leise „bye“ und begann zu heulen. Ich heulte mit. Sowas Eindrückliches habe ich glaub wirklich noch nie erlebt!
Ich hoffe, dass ich Rafael vielleicht irgendwann einmal helfen kann, seine Träume zu verwirklichen.

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Rafael

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Celina, Rafael und ich

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brrrr... ich probierte es dann mit Seafood. Shrimps koepfen und Beine ausreissen... na ja, was tut man nicht alles, um andere Kulturen kennenzulernen!

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Fischer an der Arbeit

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Fischerdorf

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Juliano und Adri baten mich immer wieder, länger zu bleiben. Aber ich merkte, dass die Zeit gekommen war zu gehen. Ich weiss, dass wir Freunde fürs Leben bleiben und das machte den Abschied einfacher.

Denis und Fernando

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Duenen mit Sandboardvermietung

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Extrem-winter-surfer!

Die letzen drei Tage auf Floripa verbrachte ich bei Denis und Fernando. Die beiden sind Pharmaziestudenten und wohnen zusammen in einer WG. Denis hatte bei meiner Ankunft gleich seine letzte Prüfung geschrieben und wir feierten das natürlich wein-erlich :-).
Denis verbrachte dann die ganzen drei Tage damit, mir die Strände zu zeigen, auf Berge zu klettern oder mit mir joggen zu gehen. Die Abende verbrachten wir drei mit Fussball oder Horrorfilmen gucken (jaja, hab alles überlebt) und mit viel viel viel Hägendaazglace essen :-). Zum Abschied stürzte Denis sich dann ins Schweizeroutfit und brachte mich zur Busstation. So lustig! Leider besitze ich noch kein Brasilienshirt, aber das kommt noch.

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Die Lagune von Floripa

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Florianopolis von oben

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am Strand in der Stadt

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Fernando und Denis und unser feines HAEGENDAAAAAAZ

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Denis am Strand

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Denis im Swisslook. Er sucht gerade in meinem Dix nach deutschen Abschiedsworten :-)

Der Abschied von der Insel fiel mir enorm schwer. Ich habe in diesen acht Tagen wahnsinnig viel erlebt! Aber ich weiss, dass ich bestimmt dorthin zurückkehren werde.
Meine Reise geht weiter über Blumenau nach Sao Paulo.

Eingestellt von puzzli2 9:03 AM

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