Blumenau - Sao Paulo - Vitoria - Garapari
10.07.2008
Blumenau




Von Florianopolis fuhr ich drei Stündchen im Bmmelbus nach Blumenau. Das war eine Tortour, da der Bus wirklich an jedem Rank hielt!
Aber schliesslich kamen wir in Blumenau an, wo ich ein paar Stunden verweilte. Am Abend ging’s dann weiter nach Sao Paulo.
Die Stadt Blumenau wurde ursprünglich von deutschen Einwanderern gegründet, was unschwer am Namen zu erkennen ist. Auch die Stadt selbst erinnerte mich sehr an deutsche Städte. Ich stellte jedoch fest, dass die Leute hier nicht mehr wirklich deutsch sprechen. Aber ein paar lustige Überbleibsel deutscher Sprache habe ich dennoch gefunden.

das Hotel himmelblau :-))

sehr originell der Name dieses Lokals

das war der absolute Brueller! Ich suchte leider vergebens nach dem Pendant
"neue Brotgasse"...
Spät am Abend ging meine Reise weiter von Blumenau nach Sao Paulo. Ich muss mir auf meiner Reise immer wieder Sprüche zu meinem RIESIGEN Gepäck anhören. (Riesenrucksack auf dem Rücken und kleiner Rucksack vorne. So wegen dem Gleichgewicht. Hahaha). Muss mal wieder einige Sachen in die Schweiz schicken. So geht das nicht mit dem Reisen!
Sao Paulo
Sao Paulo erreichte ich an einem Samstag um sechs Uhr morgens. Alles war noch ruhig in der Stadt mit 12 Millionen Einwohnern und ich war enorm müde nach der Busfahrt. Ich wartete eine Weile in der Busstation, ehe ich mich ins Getümmel der Metro wagte mit meinem Gepäck.
Ich fuhr sicher 90 Minuten mit diversen Verkehrsmitteln durch die Stadt, ehe ich bei Angelica ankam. Meine Nerven lagen blank und ich wollte nur noch schlafen. Aber daran war natürlich nicht zu denken! Angelica war etwa so nervös wie die Stadt selbst und steckte mich gleich an. Ich bekam fast Magenkrämpfe von dem dauernden Hin- und Her. Da hatte man keine fünf Sekunden seine Ruhe. Immer musste man irgendwohin speeden.
Ich schlief neben dem Schlagzeug und dem Compi an welchem ihr Sohn bis in alle Nacht hinein Ballerspiele spielte, während ich mit Oropax und Pulli um den Kopf gewickelt zu schlafen versuchte.
Als ich dann am nächsten Morgen entdeckte, dass eine ihrer beiden 50m2—Wohnungs-Katzen ihr Geschäft im Lavabo der Toilette zu erledigen pflegt, stand für mich eindeutig fest, dass ich schnellstmöglichst aus dieser Stadt verduften musste.
Obwohl ich eigentlich plante eine ganze Woche in Sao Paulo zu bleiben, war ich schon am nächsten Tag wieder an der Busstation und kaufte mir ein Ticket für das 14h entfernte Vitoria. Der Sonne entgegen!

Angelica, ihr Sohn Leandro und dessen Freund

Angelicas Wohnung
Vitoria



In Vitoria kam ich ebenfalls um 6 Uhr an und zwar an einem Sonntag. Sehr schlecht, da alles geschlossen hatte und kein Mensch daran dachte, um diese Zeit schon eine Imbissbude oder sonst was zu öffnen...
So stieg ich mal aufs Gratwohl in einen öffentlichen Bus und liess mich im „Zentrum“ ausladen. Es stellte sich später raus, dass der Fahrer keine Ahnung hatte, wo das Zentrum der Stadt war, und mich einfach irgendwo im schäbigen Hafendistrikt aussteigen liess.
Aber anyway. Ich fand ein Hotel, in welchem ich mich wohl fühlte und machte die ersten paar Tage die Stadt alleine unsicher. Sightseeing-tours mit dem öffentlichen Bus usw.

Vitoria von der Bruecke aus (alles inklusive in der oeffentlichen Bustour :-) )

Kirche in Vitoria


Praia da Costa in Vitoria


die Putzequippe raeumt den Abfall der nicht vorhandenen Touristen weg




Am Abend geniesse ich es jeweils, ein wenig Tagebuch zu schreiben, einige Aepfel als Abendessen zu verspeisen und Filme zu gucken. Soooo genial!!!

Guarapari



An einem Abend mitten under der Woche kamen Alexandre und seine witzigen Freunde extra von Guarapari nach Vitoria (ca 1.5h Fahrt), um mich in den Ausgang mitzunehmen. Wir besuchten eine Bar, welche wie ein Buero eingerichtet war und demensprechend auch "escritorio" hiess. Danach gingen wir Forro tanzen bis in alle Nacht, obschon alle ausser mir am naechsten Tag arbeiten mussten!
Ich fuhr dann nach ein paar Tagen im Hotel in Vitoria nach Guarapari und blieb fuer drei Naechte bei Alexandres Schwester und ihrer Tochter. Die Familie gehoert zu den sehr reichen Brasilianern und dementsprechend war auch die Wohnung eingerichtet!
Alexandre gab sich enorm Muehe, unternahm jeden Abend etwas mit seiner Freundin und mir. So lernte ich auch Snooker spielen, was ich jedoch nach ein paar Versuchen dann eher ins Zuschauen umwandelte. Caipirinha und Konzentration sind in meinem Fall eine sehr schlechte Kombination!
Mit Renata, Alexandres Schwester unterhielt ich mich lange ueber die Armut hier in Brasilien. Obwohl Renata zu den reichsten Personen hier gehoert, hat sie eine sehr gute Einstellung armen Menschen gegenueber und versucht zu helfen, wo sie kann. Einmal habe sie einem Strassenjungen alle Schokolade abgekauft, weil sie Mitleid hatte mit ihm. Sie meinte jedoch dann gleich: "Das ist nicht richtig, denn Mitleid hilft den Leuten nicht. Sie brauchen wirkliche Arbeit und eine Aufgabe. Aber leider ist das schnelle Geld, welches in der Kriminalitaet zu verdienen ist sehr verlockend fuer viele. Deshalb entscheiden sie sich gegen eine "normale" Arbeit. Das ist ein grosses Problem in Brasilien. Und auch, dass viele Leute keine Schulausbildung haben. Niemand stellt sie spaeter an und sie landen auf der Strasse und in schlechten Kreisen."
Was mich sehr erstaunte ist, dass hier ALLE Leute eine Putzfrau haben. Dabei handelt es sich um sehr arme Leute, welche fuer wenig Geld die Wohnungen der Reichen putzen. Auch die Personen in Floripa hatten eine Putzhilfe. Das ist hier total normal! Diese Angestellten haben dann auch einen separaten Eingang im Haus und einen separaten Aufzug, welchen sie benuetzen!! Sehr gewoehnungsbeduerftig fuer mich!

mein Zimmer in Guarapari!!! Luxus pur!

Aussicht vom Balkon direkt aufs Meer.

Strand von Guarapari

Der Hafen mit den Fischerbooten

Alexandre nahm mich am Wochenende mit zum Tauchen. Das heisst, die anderen tauchten und ich blieb auf dem Boot als erste Seglerin :-).
Das Wasser war sehr kalt und die Sicht schlecht und es machte nicht viel Sinn unter diesen Umstaenden den ersten Tauchgang meines Lebens zu machen. Ich genoss die Sicht und das Meer oberhalb der Wasseroberflaeche und bemitleidete die Taucher, welche beinahe alle nach dem ersten Tauchgang ihr Fruehstueck nochmals zu Gesicht bekamen.... :-((.

Alles ready zum Takeoff


Alexandre auf dem Boot




Letzte Tipps, dann geht`s los.

Fruechte und die Besatzung warten aufs Auftauchen der Mannschaft.

Vor dieser Insel ankerten wir 3h zum Tauchen.

Guarapari
Spaeter assen wir alle zusammen in einem traditionellen Restaurant, wo wir verschiedene brasilianische Spezialitaeten probierten. Ich bin ja sowas von mutig, was ich hier schon alles gegessen habe... Ich lasse die Details jetzt einmal weg.

Beim Essen. V.l. ich, Vinicius, Karen, Alexandre

Ein Ananasverkaeufer in den Strassen von Guarapari

Pferdeparkplatz
Nach dieser Erholung in Guarapari zog es mich nach insgesamt einer Woche im Staat "Espirito Santo" wieder fort in Richtung "Bahia". Ich buchte den Bus fuer das 21h entfernte Salvador und hoffte instaendig, dort endlich Sommer, Sonne und bebadbare Straende zu finden!

Ein Bild von unterwegs. Ankunft des Busses in einer Ortschaft. Die Leute kommen mit Schubkarren, um das Gepaeck abzuholen.

ich schicke eine Prise Meeresluft in die Schweiz :-)
Eingestellt von puzzli 10:51





