Salvador
16.07.2008


Ich habe ausgerechnet, dass ich nun 4970km und rund 91h im Bus gefahren bin seit Cuiaba! Aber ich liebe das Busfahren nunmal...
Nach erneuten 21 Stunden im Bus bin ich bei stroemendem Regen in Salvador angekommen. Salvador ist eine sehr arme Stadt und wenn man hier ankommt, faehrt man zuerst einmal eine halbe Stunde durch Armenviertel, die aussehen wie die Favelas in Rio. Das ist schon ein sehr bedrueckender Anblick!



Mit meinen beiden Rucksaecken, die zusammen etwa 35kg wiegen stuerzte ich mich ins Gewuehl und wurde uebereall schraeg angeschaut, oder auf mein Gepaeck angesprochen :-) Nachdem ich dann versucht hatte, meine Unterkunft per Bus zu erreichen und ich die Strasse vergebens zu Fuss suchte, leistete ich mir ein Mototaxi. Ich mit all meinem Gepaeck auf dem Motorrad haette das sicher eine superlustige Foto gegeben!

v.l Lourenço, ich, Andre
Ich blieb 3 Naechte bei Andre und Lourenco. Die beiden arbeiteten tagsueber und liessen es sich nicht nehmen, mir nachts die Altstadt von Salvador zu zeigen! Dort ist jede Nacht Pary und manachmal auch Lifebands. Wir genossen an einem Abend ein solches Konzert, sangen und tanzten im stroemenden Regen zur brasilianischen Musik. Es war sehr lustig!
Andre hat fast ein Jahr in der Schweiz gelebt und spricht sehr gut Deutsch. Es war interessant mit ihm ueber die Unterschiede der beiden Laender zu plaudern oder naechtelang lustige Infos zu googeln. Er erzaehlte mir viel ueber das schlechte Schulsystem hier. Die oeffentliche Schule sei eine Katastrophe. Teilweise fehlen monatelang die Lehrer usw. Die meisten Leute mit ein wenig Geld schicken die Kinder in Privatschulen. Das sei total normal. Aber auch dort sei es nicht viel besser. Korruption fliesse eben im brasilianischen Blut, meinte er :-) So koenne man sich Noten auch erkaufen oder einfach den Test so viele Male wiederholen, bis es klappt. Weiter sei es ueberhaupt nicht streng in der Schule und Hausaufgaben ein Fremdwort. Er habe also die Haelfte seiner Schulzeit verschlafen, oder sei erst auf die zweite Stunde zur Schule gegangen. Aber irgendwann haette er es dann selbst begriffen und aufholen muessen. Heute ist er Ingenieur und hat einen guten Job bei Ford.

Lourenço und Andre


Lourenço fuettert jeden Morgen Voegel indem er Bananen ans Fenster haengt. Er meint, dass die Voegel sehr waehlerisch seien. Einige Arten, wie zum Beispiel der Kolibri wuerden keine Bananen fressen. Diese Voegel fuettert er mit Papaya oder Reis... Er hat eine ganze Variation von Futter vor seinem Fenster :-)))



In Salvador haben mich vor allem die verschiedenen Capoeiragruppen fasziniert. Ich verbrachte einige Stunden mit Zuschauen und Mitwippen zur Musik. Es ist schon sehr eindruecklich mit welcher Energie und Lebensfreude die Leute diesen Sport betreiben. Capoeira ist eine Mischung aus Tanz und Kampf und wird von Leuten jeder Altersklasse betrieben. Im Staat Bahia ist Capoeira sehr verbreitet und man wird ueberall angesprochen, ob man nicht auch eine Klasse besuchen moechte. Aber meinen Knochen zuliebe lasse ich es beim Zuschauen.


Capoeirafestival in der Stadt


die Lifemusiker


die kleinsten Capoeiristen


ein Sport fuer jede Altersklasse...
Downtown Salvador

Aussicht ueber den Hafen

die schoene Altstadt







auf dem Heimweg im Bus
Auch in Salvador traf ich viele interessante Menschen und kuriose Dinge, welche ich gleich fotografieren musste :-)

Kokosnussverkauf auf der Strasse. Gewisse Leute haben wohl Angst, dass ihnen diese Nuesse auf den Kopf fallen und promenieren mit einem rosa Helm auf dem Kopf...

Strassenverkauf verschiedener Instrumente

mit dieser Frau unterhielt ich mich eine Weile. Ich haette sehr gerne eine ihrer Puppen gekauft, aber mein Gepaeck laesst keine solchen Extravaganzen zu, leider.

traditionelle Trachten

Fruechteverkauf auf der Strasse

leider sieht man hier oft Menschen auf der Strasse liegen. Das Elend ist schon erschreckend! Dieser Mann liegt vor einer Kirche in der prallen Sonne!

ein Geschenkbuesi

elektrische Installationen in der Wohnung....!!!

Uriellas Schleichwerbung in Brasilen. Dezent auf einer Streichholzschachtel platziert!
Nach diesen Tagen Salvador entschied ich mich dann, das Boot ins Paradies zu buchen. Auf nach Morro de Sao Paulo!
Eingestellt von puzzli2 5:40 AM









