Reise blog von Travellerspoint

Apr 2008

Weekend in der Stadt

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Seit ein paar Wochen verbringe ich die Weekends in der Stadt. Es tut sehr gut, unter Leute zu kommen, wiedermal ordentlich Lärm zu hören, shoppen zu gehen und vor allem tanzen zu können!
Ich stehe dazu um halb sechs auf, packe meinen Rucksack (nur halb voll, damit auf dem Heimweg die Einkäufe Platz haben) und suche ein fahrtaugliches Rad. Im Moment haben wir nur ein Velo auf der Fazenda, mit welchem einigermassen an Vorwärtskommen zu denken ist. Ich habe jedoch das Hinterrad von einem anderen Velo stibitzt und an dieses Rad montiert... ich bin fleissig am Improvisieren.

Dann fahre ich von der Farm 5km durchs Niemandsland, vorbei am See mit der Schlange und durch zwei kleine Bäche hindurch zur Hauptstrasse. Unterwegs hats einen Hof, auf welchem mich dann jeweils vier Hunde mit fletschenden Zähnen erwarten. Immer schön cool bleiben und freundlich mit ihnen sprechen. Sie scheinen Schweizerdeutsch zu lieben!
An der Strasse angekommen wird das Velo versteckt und ich stelle mich mal an den Strassenrand. Durch den Staat "Mato Grosso" (heisst übersetzt "grosser Wald") führt genau eine Strasse von Norden nach Süden. Das wäre diese hier. Sie wird vor allem von Lastwagen benutzt, die den ganzen Tag hin und her sausen, um Soja, Baumwolle usw. zu transportieren.
Na ja, mein einsames auf den Bus Warten wird dann von einigen der Herren Lastwagenfahrer wohl falsch interptretiert und sie hupen freudig...
Mein erstes Ziel an diesem Morgen (es ist nun etwa 7 Uhr) ist, einen der stündlich vorbeifahrenden öffentlichen "TUT"-Bussen anzuhalten. Ich habe mir schon überlegt, Sprungfedern zu montieren und mich in leuchtorange zu kleiden, denn am ersten Wochenende sind doch tatsächlich zwei Busse ohne anzuhalten an mir vorbeigerauscht. Sprich, das bedeutet für mich fast drei Stunden zu warten!!!
Mittlerweile habe ich das jedoch total im Griff :-)) Frau muss sich entschlossen breitbeinig möglichst nahe an die gefährliche Strasse stellen und mit beiden Armen wie eine Irre winken, sobald der Bus in der Ferne auftaucht. Dies kann ganz schön anstrengend werden!!!

Aber sobald ich einen Sitzplatz im Bus ergattert habe ist die Welt in Ordnung. Ich versinke in den weichen Polstern und höre eine Stunde meinem MP3-Player zu während mich der Bus in die Stadt bringt.
Dort angekommen wird man irgendwo am Wegrand ausgesetzt. Wo gerade am wenigsten Verkehr herrscht. Übrigens sind Ampeln in Brasilien eher Richtwerte, als ernstzunehmende Verkehrssignale.

Gut, dann marschiere ich tapfer mit meinem Rucksäcklein mal durch die Stadt und versuche mich zu orientieren. Irgendwie geht's immer. Nach einem Einkauf gehe ich auf Hotelsuche. Ich war schon in zwei verschiedenen Hotels, da meine eigentliche Bleibe (ein von einem Deutschen geführtes Guesthouse) gerade seit zwei Wochen neu gestrichen wird. (brasilianisches Arbeitstempo. Ich hoffe, dass sie in einem Monat oder so fertig sind).
Die Hotels sind super. Kleine Einzelzimmer mit Bad und ekligem Frühstück für läppische 15Fr. !!! Und das Ganze mitten im Zentrum.

Ich verbringe jeweils die Samstage mit Shoppen und Fotografieren, kehre gegen Abend ins Hotel zurück und schlafe noch ein Stündchen. Dann verabrede ich mich meist mit Marcos (einem der früheren Angestellten, welcher nun in Cuiaba lebt) und wir gehen tanzen.
Er tanzt zwar nicht wirklich, aber ich glaube, das wird den Menschen hier einfach in die Wiege gelegt. Dummerweise habe ich beim ersten Ausflug ins Nachtleben meine ID im Hotel vergessen. So haben sie uns nirgends reingelassen, ausser in einen abgefahrenen Country-Club. Aber Hauptsache Musik und immer noch besser als nichts.

Die Brasilianer feiern die ganze Nacht durch!!! Und wenn ich so gegen halb drei schlapp mache, sind sie fast ein wenig beleidigt... Muss mich da noch gewaltig umstellen. Aber ich habe ja noch Zeit :-)))
Am Sonntag morgen pilgere ich jeweils gemütlich zum Busbahnhof und kaufe mir eine Rückfahrkarte. Dort kennt man mich übrigens schon und der Herr stellt mir gleich ohne gross zu fragen das richtige Ticket aus. Auch im Bus wissen sie schon, dass ich die "welche so lustig spricht" bin.
Es ist erschreckend, wie wenig Touristen es in Cuiaba gibt. Viele von den Leuten hier haben noch nie in ihrem Leben jemanden gesehen, der nicht Portugiesisch spricht! Einkaufen ist deshalb ein echter Spiessrutenlauf, da die Leute mich für total bekloppt oder sonst nicht ganz schlau halten. Ich bin eine wandelnde Rarität hier :-))

Nachdem mich der Bus wieder bei den Melonenständen abgeladen hat und die Fahrer schon "bis nächstes Wochenende" sagen, trete ich in der morgendlichen Hitze den Rückweg per Rad an.

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Mein Hotel von aussen. Es handelt sich hier nicht etwa um eine Gartenbeiz im Eingangsbereich, sondern um das Freihalten von Parkplätzen

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mein Einzelzimmer mit Bad (sieht aus wie im Gefängnis, aber ich fühle mich wohl)

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Stillleben im Bad

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vom Hotel aus die Strasse runter fotografiert. Bunt, bunter, Cuiaba :-)

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hier wurde auch kräftig im Farbtopf gerührt

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der Hauptplatz im Stadtzentrum

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die Brasilianer haben schon Humor und schmücken sogar die Abfalleimer mit Tierköpfen...

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auch sonst sind sie Weltmeister im Schmücken ihrer Häuser mit bunten Gemälden

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so sieht eine moderne brasilianische Kirche aus

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das Polizeigebäude

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einen Aufruf an die Menschheit

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hier haben wir Bin Ladens brasilianischen Wohnsitz

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die Temperatur morgens um 11 Uhr

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ein Wohn-Wagen. Hier drin wohnt ein Vater mit seinem Sohn.

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nochmals ein Hausschmuck

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und dann ist es überhaupt kein Problem, eben mal mit den Lockenwicklern auf dem Kopf eine Crepe kaufen zu gehen...

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Toni ist der Grillmeister in der Stadt. Er besitzt vorsichtshalber gleich vier Grills, falls einer mal aussteigen sollte oder so. Hier wird im Akkord gebraten!

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ein Brünneli in der Stadt

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leider ist auch dies traurige Realität und nicht selten anzutreffen. Die erschreckende Armut in dieser Stadt!

Nach einem schönen Wochenende trete ich dann den Heimweg an

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hier versuche ich am Morgen die Busse aufzuhalten und werde auf dem Heimweg am Strassenrand ausgeladen

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die beiden Türme signalisieren das Vorhandensein der Fazenda irgendwo im Nowhere

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erstes Hindernis, mit dem Velo und viel Gepäck dieses Tor zu passieren

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mein super Velo und der Weg, welcher vor mir liegt

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der einzige Hof unterwegs. Im Bild das Wohnhaus. Hier leben auch die schnuggligen Hunde mit den spitzen Zähnen.

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und weiter geht die Fahrt

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der einzige Gegenverkehr auf der ganzen Strecke. Ein Bauer, der sein Pferd Gassi führt

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ich... vollbeladen und verschwitzt am Pause machen

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der Weg führt zum Schluss am Schlangensee vorbei

... dann verbleibe ich mal mit einem abraco und schicke virtuellen Sonnenschein
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... und weg

Eingestellt von puzzli2 4:45 PM Kommentare (0)

Unterrichtsalltag auf der Farm

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Fünf Wochen habe ich alleine auf der Farm gewohnt, am PC gearbeitet oder vorbereitet. Die Zeit war sehr ruhig, manchmal etwas eintönig, aber dennoch sehr schön.
Anfangs April ist die Familie Wittwer aus der Schweiz nach Brasilien zurückgekehrt. Ich ging sie am Flughafen empfangen. Selbstverständlich hatte die Maschine "nur" eine Stunde Vespätung.

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Ankunft auf dem Rollfeld. Quiz: Wer findet alle Familienmitglieder?

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Mit fünf Wagen vollbepackt mit Koffer, Rasenmäher usw schleust sich die Family durch den Zoll.

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Auf der Fazenda ist dann die Freude über die Heimkehr gross. Zuerst werden einmal die Tiere begrüsst.

Schon zwei Tage später beginnt hier der Unterricht.
Es ist eine grosse Umstellung hier zu unterrichten. Die Kinder haben ein anderes schulisches NIveau und ebenfalls eine andere Arbeitshaltung, als jene in der Schweiz. Anfänglich war das sehr mühsam für mich. Aber mittlerweile haben wir das irgendwie eingefädelt, dass es geht. Es steht jedoch sehr sehr viel Arbeit bevor, zumal die beiden älteren gerne eine Lehre in der Schweiz machen würden. Sie wollen sich per Mail bewerben und dann in einem Jahr in die Schweiz fliegen und eine Vorstellungsrunde starten. Ich drücke mal alle erdenklichen Daumen, dass das klappt.
Für mich ist das Unterrichten sehr schwierig. Es hat praktisch keine Lehrmittel (für alle drei Schüler zusammen jeweils ein Buch) und trotzdem soll der Schweizer Standart erreicht werden... phu... nicht einfach, aber ich gebe mein Bestes.

Vom Stundenplan her arbeiten wir morgens ganz normal. Am Nachmittag stehen dann Sport, Werken, Zeichnen und Reiten auf dem Programm, weil es sonst zum Arbeiten einfach zu heiss ist. Die Schule beginnt aus diesem Grund auch erst um drei.
Im Grossen und Ganzen gefällt es mir sehr gut hier. Klar gibt es immer wieder kleinere Sachen, worüber ich mich ärgere, das ist jedoch überall so. Aber ich vermisse die Schule in Basel schon sehr.... :-((

Ich möchte euch nun meine Schüler und unseren Schulalltag etwas näher bringen.

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Jessica. Sie wird morgen 10 Jahre alt und schwärmt schon lange davon, was sie sich dann alles zum Essen wünscht. Sie ist sehr kreativ und bastelt gerne. Im Moment macht sie sich eine Handtasche aus Kokosnussschalen.

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Yara. Ist momentan gerade sehr viel am Lesen, was die kleinere Schwester stört, da diese dann niemanden mehr zum Spielen hat... Sie möchte gerne das KV in der Schweiz machen und dann eventuell den Betrieb hier übernehmen.

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Vinicius. Er ist eigentlich Brasilianer, wurde von den Wittwers adoptiert, als er eine Woche alt war. Sein grosses Ziel ist es, Pilot zu werden. Dafür übt er schonmal an heruntergeladenen Flugsimulatoren auf dem PC. Ausserdem ist er ein harter Gegner beim abendlichen Tennisspiel...

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Hier seht ihr unser Schulzimmer. Sehr einfach eingerichtet und wenns mal so richtig regnet, wäre ein wasserdichter Platz für die Bücher von Vorteil. Dieser Raum wird auch von den Vögeln für das Verspeisen von Früchten benutzt. Die Resten dürfen wir dann wegputzen... Und manchmal schaut auch eine Kuh zum Fenster rein oder einer der Dalmatiner leistet uns Gesellschaft.

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Die Damen und Herren am Arbeiten

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in der Lesestunde machen sie es sich dann "gemütlich"

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Jessi und meine Lieblingstiere

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jeden Montag heisst es dann "Stühle raus und Wochenputz"

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Vinicius am "föben" :-)))) (appenzeller Insiderwitz)

So viel Arbeit gibt natürlich Durst. Und da Jessica die Kokosnussschalen gut gebrauchen kann, gönnen wir uns nach getaner Arbeit einen Drink:

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Wir gehen zur nächsten Kokospalme und pflücken uns ein paar Nüsse

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die grünen sind noch jung mit dünner Schale und viel Milch, die dunklen Nüsse sind älter, wenig Milch, dicke Schale und viel Fruchtfleisch

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Wagner öffnet dann freundllicherweise die Nüsse für uns mit einem speziellen Messer. (Nachdem Jessi und ich von "in den Schraubstock" einspannen über "auf den Boden schmeissen" alles versucht haben, um die Dinger zu öffnen)

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so sieht dann eine "alte Nuss" geöffnet aus. Schmeckt herrlich!!!

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die jungen Nüsse werden dann getrunken

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prost :-)

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wir sind übrigens nicht die einzigen, welche Kokosnüsse lieben

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während die einen Tiere vergebens an Knacknüssen picken, haben andere ein gewaltiges Brett vor dem Kopf

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eine komische gelbe Spinne bastelt in luftiger Höhe an ihrem Nest

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die Eisen werden benutzt, um die armen Kühe zu markieren. Der Umgang mit den Tieren hier schockiert mich extrem. Arbeiter vom Nachbarhof schlagen den Kühen mit Lederriemen und Eisenstücken auf den Kopf und finden das auch noch lustig!! Ich könnte heulen und versuche immer dem Kuhstall auszuweichen, wenn diese Typen hier sind.

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Papayas am Baum. Die sind noch grün und nicht reif

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Was ist das? Diese Frucht heisst "Rahmapfel" und genau so schmeckt sie. Sehr fein!

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der wütenden Chili ist der Kragen geplatzt

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eine Symbiose zweier Dinge die stechen :-))

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Eingestellt von puzzli2 10:23 AM Kommentare (0)

Aktivitaeten auf der Farm

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Auf der Farm werden speziell fuer mich so einige Aktivitaeten angeboten. Ich werde hier langsam aber sicher zur Vollblutbaeuerin ausgebildet :-))
Begonnen hat alles eines Morgens mit einem vierstuendigen Lassowurfkurs. Wagner hat dazu die Kaelber ins Kuhgehege getrieben. Anfaenger wie ich duerfen eben erstmal nur an den Kleinen ueben. Die Grossen sind zu gefaehrlich.
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Danach wird das Lasso fein saeuberlich aufgerollt. Die Kuehe gehen mal auf der anderen Seite in Startposition.

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und so sieht das dann aus. Wichtig ist, dass man das Lasso immer schoen flach wirft. Aha... na ja, ich habe also nach guten vier Stunden kein einziges Tier gefangen. Wagner beruhigte mich und sagte, er habe auch zwei Tage geuebt.
Mittlerweile faengt er jedoch Kuehe, Stiere und Pferde problemlos mit dem Lasso. So weit werde ich's wohl in Jahren nicht bringen!

Der naechste Kurs in der Ausbildung zur Farmlady bestand im Kuehemelken.

So sieht das beim Profi aus:
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...und ein wenig peinlicher, wenn ich's versuche:
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arme Kuh! Sie mochte mich wirklich nicht besonders und rammte mir dann anschliessend noch die Hoerner in den Ruecken...

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und endlich duerfen die Kleinen trinken.

Falls Hunger aufkommt und gerade kein geeignetes Huhn rumlaeuft...
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...schwingt man sich aufs Pferd, reitet zur Nachbarsfazenda und...

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... holt sich dort mal schnell ein Federvieh fuer den Suppentopf.

Falls der Hunger immer noch nicht gestillt ist
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besteht auch die Moeglichkeit, im See zu fischen.

Meine absolute Lieblingsbeschaeftigung ist jedoch das allabendliche Tennistournier. Da wir nur zwei Schlaeger haben, spielen wir jeweils bis zu 8 Punkten, dann muss der Verlierer (also ich...) den Platz verlassen bis zur uebernaechsten Runde.

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Die Profis betreten den Platz...

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Xitara stellt sich in Schiedsrichterpose an den Rand...

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... und verfolgt das Spiel mit Argusaugen. Uebrigens zieht er/sie/es die Kochmuetze nicht mal zum Tennisspielen aus!

Die Spieler:

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Frohnatur und absolut ungeschlagener Hero des Platzes: Wagner

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in Action...

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Der ruhigere und ueberlegte Obenohnespieler: Luis

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ebenfalls in Action

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mit so einigen lustigen Posen aufwartend: Xitara

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in Action

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keine Ahnung vom Spiel habend und den Ball mal auf gut Glueck treffend: Daniela

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na ja, "Action" kann man diesen Fliegenklatschversuch wohl nicht nennen :-(

Ebenfalls super sind die Tierfuehrungen hier. So erhielt ich eine Fuehrung zu den verschiedenen Bienennestern, in steigendem Gefaehrlichkeitsgrad. Zuerst die normalen Bienen. Sie bauen ihre runden Nester ueberall, wo es ihnen gerade gefaellt. Weiter gings mit den Hut-Bienen. Die seien sehr gefaehrlich. Ihre Nester sind flach und sehen aus wie ein Hut. Zum Schluss gings dann zu den Elektroschock-Bienen :-)) Diese armen Tiere haben ihr Nest ausgerechnet an ein Drahtgitter gebaut, welches mit einer ziemlich starken Lampe verbunden war. Tja, und als es regnete erlitten die Bienen einen Elektro-"schocki" und seien laut Wagner "wie die Verrueckten" rumgeflogen und haben alles gestochen, was ihnen in die Quere kam. Der Rest von ihnen sei im Nest den Verbrennungen erlegen....

und nun zum Abschluss .... Pflanzenfotos

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kleine Papaya

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Acerola, die VitaminC-reichste Frucht. Aehnlich wie eine Kirsche.

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schwebendes Blatt

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Eingestellt von puzzli2 7:01 AM Kommentare (0)

Ostern in Brasilien

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Ostern und deren Ueberraschungen

Ich lese gerade das Buch von Hape Kerkeling. Er schildert darin sehr witzig seine Erlebnisse auf dem Jakobsweg. Tja und dort habe ich wiedermal erfahren, dass man seine Wuensche einfach beim Universum bestellen muss.
Am Ostersamstag litt ich dann ein wenig unter dem Fazenda-Einsamkeitskoller und war wohl vor lauter Bohnen und Reis auch etwas unterzuckert. Also versuchte ich das Universum herauszufordern und wuenschte mir laut fuer Ostern ein bisschen Schokolade. Ich weiss, ein Ding der Unmoeglichkeit! Ich sitze hier alleine auf der Farm, um mich nur Tiere und eine Sparflamme von drei Angestellten. Das naechste Geschaeft 40km entfernt, rundherum nur Natur und Wildnis.
Ostersonntag ging vorbei. Gar nichts Schokoladiges tauchte auf, dafuer erhielt ich ein paar Ostergruesse per Email, welche mich sehr freuten. Ich wusste es ja. Vor mich hinlaechelnd ging ich zu Bett. Das mit den Bestellungen ist wohl nicht so leicht, gaell Universum.

Am Ostermontag war ich um acht mit Wagner zum Melken der Kuehe verabredet (Bericht folgt). Nach meinen Lassowurflektionen vom Vortag, welche nicht wirklich erfolgreich waren, wollte er mir noch das Melken beibringen (der Mann hat vielleicht Geduld!). Ich musste also von der Kuhschweiz bis nach Brasilien reisen, um melken zu lernen!!!
Zu meiner Ueberraschung war das gar nicht sooo schwierig und funktionierte sogar! Nach dem Melken sagte Wagner: " Eu tenho uma surpresa da Pascoa para voce". (oder so aehnlich, wie gesagt, mein Portugiesisch...) Er habe eine Osterueberraschung fuer mich!!! Ich traute meinen Ohren nicht und schaute ihn auch noch sehr unglaeubig an. Er ging dann, den Milchkessel in der einen Hand, zum Schuppen neben der Waescherei, holte einen Plastiksack und gab ihn mir. Er habe das in Jangada fuer mich gekauft (das muss vor einigen Tagen gewesen sein, die restliche Zeit war er ja immer hier...). Es sei leider kein Ei, entschuldigte er sich. Ich stand dort und konnte ausser tausend "obrigada" 's gar nix mehr sagen. War so baff. Er fand das lustig und ging in die Kueche. Fassungslos stand ich im Kuhgatter und heulte geruehrt vor mich hin...
Es handelte sich uebrigens dabei nicht um ein bisschen Schokolade...das war eine 400graemmige Schokoladenmischung!!! (Bild oben)
Das war glaub das schoenste und unglaublichste Ostergeschenk ever! Sorry Universum, ich werde nicht mehr zweifeln :-)

(Uebrigens schenkte mir Wagner dann einige Tage spaeter noch zwei von den riesigen brasilianischen Ostereiern. Weil das andere ja nicht wirklich eine Osterueberraschung gewesen sei....)

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"richtige" Ostereier wie sie hier vor Ostern ganze Decken von Geschaeftern schmuecken

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erste Schicht weg

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tatatataaaaaa und das waere der Inhalt vom pompoes verpackten Super-ei

An einem Nachmittag huepfte Wagner in einiger Entfernung zu mir auf und ab und schrie immer wieder: "ich bin", "ich bin" und fuchtelte in meine Richtung. Ich winkte aus der Haengematte zurueck. Ja, ich wusste, dass er dort war.
Aber er hoerte nicht auf. Ploetzlich verstand ich, dass er dauernd "Spinne", "Spinne" gerufen hatte!!!! (hm, also bei mir im Kurs hat er dieses Wort bestimmt nicht gelernt...) Ok, das weckte natuerlich Geister in mir! Hat sich hier anscheinend auch schon rumgesprochen...
Ich stand langsam auf und erkundigte mich mal nach der Groesse des Tieres. "Oh, pequena". Naiv wie ich bin, naeherte ich mich. Haette mir ja denken koennen, dass er mich einer kleinen Spinne wegen sicher nicht rief!
Tja, die vogelspinnige Ueberraschung hockte dann, alle acht Riesenbeine von sich streckend unter einem entsprechend grossen Kuebel und knabberte an einem neugeborenen, noch weissen Echslein. Ich nahm einen Sprung retour und waere beinahe in den Pool gefallen! Das war natuerlich das Ziel der Aktion.
Na ja, die Angestellten haben hier ihren ganz privaten Spass mit mir. Ist ok, ich fand's ja nachtraeglich auch lustig und getraute mich sogar bis auf ein paar cm an die Spinne ran. Die wurde dann mit einem Stecklein noch zum Schaulaufen gebracht, was ich meinerseits nicht soo komisch fand.
Wie ihr seht... langweilig wirds hier wohl niemals :-)

Letzten Sonntag kam Marcos zu besuch. Er arbeitete vier Jahre hier und hatte in dieser Zeit auch Deutschkuersli gehabt bei meinen Vorgaengern. Wir plauderten ein paar Stunden Deutsch-Portugiesisch, was sehr lustig war. Ich erwaehnte (wohlgemerkt morgens um 10) etwas von einem Caipi. Da sprang der gute Herr doch sogleich auf und sauste zum naechsten Limettenbaum, pflueckte einige Fruechte und eilte damit in die Kueche. Dort erhielt ich dann einen detaillierten und sehr eindruecklich gestalteten Caipi-Bastelkurs vom Profi hoechst persoenlich. Jetzt kann ich dann in meinem Zimmer mit dem Starterkit ueben :-))

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Marcos - Caipi-Bastelkurs - Lektion 1

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jawohl... und viel viel Eis gehoere da auch rein...

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...und fertig ist das Wunderwerk! Schmeckt fruehmorgens auf nuechteren Magen hervorragend! (ich musste danach noch reiten gehen, was sehr lustig wurde :-) )

Einen Tag spaeter wurde ich krank. Hatte Fieber und Magen-Darm-Probleme. Die Angestellten kuemmerten sich ruehrend um mich. Brachten mir im Akkord Tee, Minestrone oder Bohnen mit Reis. Zur Abwechslung wurden mir auch tote oder halblebendige Tiere vorgefuehrt. Als jedoch alles nichts nuetzte, wollten sie mich -nach einer Krisensitzung der Angestellten in der Kueche- ins ca. 1.5h entfernte Cuiaba ins Spital bringen. Sie befuerchteten, dass ich das Dengue-Fieber erwischt haette. Ich beruhigte die Herren und sagte ihnen, dass ich einfach ein wenig schlafen muesse. Sie waren dann am naechsten Tag sichtlich erleichtert, dass es nur eine "Grippi" war....

weiter geht's mit ein paar Tierfotos

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ein Riesending von Kuh/Bueffel oder etwas in die Richtung. Laeuft im Pantanal frei rum.

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ebenfalls freilaufend sind diese Wasserpferde. Laut Traudi eine spezielle Rasse von Pferden.

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dann haben wir eine brasilianisch normalgewichtige Kuh mit Termitenhuegel als Hut :-)

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das sind Capivaras. Die groessten Nagetiere der Welt. Ebenfalls freilaufend.

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meine Lieblingstiere hier sind die Affen. Hier im Bild unverkennbar THE BOSS. Er fuerht sich auch so auf. Faucht und trommelt sich mit den Faeusten auf die Brust...

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der kleine Kapuzineraffe uebt sich gerade im stilvollen Verspeisen einer Guiave.

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no comment :-)

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Hyazintharas im Flug

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Dieser Schmetterling uebt die Sportdisziplin "Fuehlerstand"...

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...sein Kollege nimmt's etwas gemuetlicher und ruht sich auf einer Blume aus.

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gut getarnt ist halb versteckt! Wer findet den Heuguemper???

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Der neuste Schrei auf der Fazenda sind die Tuervorleger Modell "Dalmatiner 1-4".
Vorteile: die Fuesse werden nach dem Verlassen des Bungalows aufgewaermt, kann gut als Ersatz fuer die nicht vorhandene Klingel verwendet werden, es kommen keine anderen Tiere ausser Muecken und Floehe ins Zimmer und auf einen Fleck mehr oder weniger kommt's auch nicht mehr an.
Nachteile: hat Mundgeruch, stinkt und schnarcht.

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das sind die Fledermaeuse aus dem Buero. Fotografiert bei einem ihrer 2 sekundigen Power-naps.

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und zum Schluss noch der Nasenbaer welcher mir zur Aufheiterung vorgefuehrt wurde. ((((er lebt nicht mehr)))).

Eingestellt von puzzli2 12:09 PM Kommentare (0)

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