





Im Moment befinde ich mich im Paradies auf Erden! Es ist echt ein unglaublicher Ort und kaum zu beschreiben, oder in Fotos einzufangen! Ich moechte mich hier bei Rafael (meinem EX- Arbeitskollegen aus dem Holbein :-)) ) bedanken fuer den Tipp, diese Insel zu besuchen.
Ich kaufte mir in Salvador ein Ticket für das Schnellboot nach Morro de Sao Paulo. Leider hatte es zu viel Wind, so dass aus dem Schnelltrip ein Endlostrip von über drei Stunden wurde. Wir mussten zuerst das Boot nehmen, dann einen Bus und dann nochmals ein Boot. Natürlich war es bei der Ankunft auf Morro schon dunkel, so dass ich mich auf die knappe Beschreibung zur Jugi verlassen musste. Ich habe den Besitzer der Jugi hier in Foz Iguacu kennen gelernt und ihm versprochen, dass ich ihn besuchen werde.
In der Jugi ging dann gleich am selben Abend noch die Post ab. Es war eine ganze Horde Alleinreisender dort und wir beschlossen gleich zu fünfzehnt die Nacht zum Tag werden zu lassen. Da es sehr wenig Touristen hat im Moment schauten die Leute uns schon etwas schräg an. Wir machten zuerst die genialen Caipistände am zweiten Strand unsicher und gingen anschliessend in die Openairdisco im Dschungel. Die Parties hier beginnen nie vor Mitternacht, weshalb es eigentlich unsinnig ist, ein Hotelzimmer zu haben.
Am Nächsten Tag verbrachten wir dann viel Zeit am Strand. Morro de Sao Paulo besteht nur aus Stränden, Natur und Sandstrassen. Es hat keine Autos hier und auch keine grossen Hotels. Die Strände sind durchnumeriert, was alles etwas vereinfacht.
Es ist einfach total friedlich hier. Keine Kriminalität, nur gutgelaunte Leute, schöne Musik, gemütliche Atmosphäre, Caipis aus frischen Fruechten.... das Paradies auf Erden. (Hafaeu, du hast recht gehabt, echt!!!)
Die ersten Tage verbrachte ich viel Zeit mit dieser zusammengewürfelten Gruppe von Leuten aus aller Welt und Brasilien. Wir unternahmen auch zweistündige Wanderungen durch den Dschungel in den Flip Flops und Badesachen!!! Das war vielleicht ein Gaudi!
Doch Tag für Tag wurde die Gruppe kleiner, bis ich alleine übrig blieb. Doch hier ist man nie wirklich alleine und so machte ich schon bald Bekanntschaft mit Marcia aus Sao Paulo. Mit ihr ging ich viel joggen, hängte am Strand, oder machte die Caipistände unsicher, wo wir auch mit einer Besitzerin viel plauderten. Ich glaube nach meinem Aufenthalt auf der Insel hab ich mindestens eine Caipirinhavergiftung!
Ich geniesse die Zeit hier enorm! Habe mir vorgenommen so lange als möglich zu bleiben. Was will ich noch mehr? Hier habe ich alles, was ich brauche, kann jeden Tag 8km am Strand entlangjoggen, schlafe beim Meeresrauschen ein, es gibt viele nette Menschen und ich habe Zeit zum Lesen, Meditieren und die Seele baumeln zu lassen.
Da die Insel sehr klein ist und es wenig Touristen hat, lernte ich sehr viele Einheimische kennen. Die Leute hier sind so friedlich und nett. Sie erzaehlen mir viel ueber die Insel und das Leben hier. So sind viele von ihnen nie weiter als Salvador gereist. Aber die Ferien kommen ja zu ihnen ins Paradies, da muessen sie nicht verreisen :-). Aber das Leben hier sei eben schon sehr speziell. Jeden Tag Party, neue Leute, es gebe keinen Tagesablauf.
Ich bin sehr froh, dass weder die Einheimischen, noch die Leute welche ich sonst auf Morro getroffen habe, Englisch sprechen. So kann ich meine Portugiesischkenntnisse praktizieren und verfuege zum Glueck mittlerweile ueber ein Vokabular von drei Zeitformen :-). Damit laesst es sich also problemlos naechtelang diskutieren. Ich liebe diese Sprache und das Land und kann mir gar nicht vorstellen, dass ich in weniger als einem Monat Brasilien verlassen muss!!!!
Ein Erlebnis mit einem Einheimischen war doch sehr speziell. Ich traf Robinson am Strand, als er mir irgend eine Tour andrehen wollte. Nachdem wir eine Zeit geplaudert hatten und er mir sein halbes Leben erzaehlt hatte, verabredeten wir uns zum Joggen am naechsten Tag. Robinson ist erst 22 Jahre jung und schon verheiratet. Die Heirat sei eben auch die einzige Moeglichkeit von zu Hause auszuziehen, meinte er.
Wir joggten dann 8km bis zum Ende des total menschenleeren fuenften Strandes. Dort beobachteten wir zuerst Fische. Das ist wirklich interessant. Man muss jedoch eine lange Zeit bewegungslos verharren koennen, was gar nicht so einfach ist. Ich erfuhr viel ueber diese Tiere und bekam danach einen ornithologischen Crashkurs. Robinson scheint ueber alle Tiere Bescheid zu wissen! Und zum Schluss sammelten wir verschiedene noch bewohnte Muscheln. Die Tiere im Innern der Muschel arbeiten, indem sie ziemlich laute Klopfgeraeusche von sich geben. Wir legten dann verschiedene Muscheln nebeneinander und hatten somit ein richtiges Muschelklopfkonzert! Das war echt lustig!!!
Es ist schon eindruecklich, wie sehr die Leute mit der Natur leben und umgehen.
Viele Leute, welche ich unterwegs getroffen habe fallen beinahe in Ohnmacht vor Bewunderung, wenn ich ihnen sage, dass ich alleine mit meinem Rucksack als Haus monatelang durch Brasilien reise. Es ist enorm ungewohnt, dass eine Frau alleine reist... Die Leute koennen das kaum glauben. Ich erklaere ihnen dann, dass das also wirklich halb so wild sei. Ich vertraue in Gott und ins Gute im Menschen und weiss, dass mir nichts Schlechtes geschehen wird. So ist das Reisen doch total ungefaehrlich! Ganz anders sieht das natuerlich mit meinem Vertrauen in die Technik aus.... Ich hab jetzt schon Angst, wenn ich an den naechsten Flug denke!!!
Weiter fragen mich viele, weshalb ich reise. Was mir das bringe. Ich denke, ich reise um zu lernen. Ich moechte moeglichst viel ueber die Leute, ihre Denkweise und Ansichten und das Land erfahren. Und natuerlich moechte ich die Sprache lernen. Auch lerne ich hier sehr gut mit mir alleine zu sein. In der Schweiz kann man sich immer wunderbar von sich selbst ablenken :-) Auf Reisen ist das weniger moeglich und das tut mir sehr gut.

Die Boote aus Salvador kommen im Paradies an


der zweite Strand


in jeder Hinsicht ein Paradies... hahahaha

der Weg dem Meer entlang


Pferdevermietung fuer Strandtouren

Das Schiff bringt bei Flut Baumaterialien und Esswaren nach Morro

Bei Ebbe wird das Schiff mit Hilfe von Eseln mit Abfaellen usw. beladen

Imbisstafel am Strand


Eine Tourihorde auf dem Weg zu den Schnellbooten

Tja, beim Einsteigen wird man ein wenig nass :-)

Ein Boot mit sehr vertrauenserweckendem Rettungsboot...

Dieser Traktor ist beinahe das einzige motorisierte Fahrzeug auf der Insel. Er dient als Muellabfuhr usw.

Downtown Morro mit Jeff in Badhoeslis

Die Kirche von Morro

Der Friedhof im Wald

Tiroleza...ein waghalsiges Unterfangen, welches ich mir nicht antun werde.

Eine mutige Person in Action

Koenig ist, wer eine Schubkarre besitzt

So wird auf der Insel umgezogen

Dies gilt auch fuer Pflanzenlieferungen

Seiltanzen am Strand

"Hopp de Esel"

...und auch im Paradies regnets manchmal

Boot am Abend
HOTELS UND FREUNDE

Meine erste Unterkunft war die Jugi. Das Zimmer mit Fruehstueck im Garten fuer knapp 13 Franken!

Dieses Hotel lag leider nicht in meiner Preisklasse

Mein zweites Hotel, ein Geheimtipp, welcher ich vor meiner Ankunft erhalten habe :-)

Das Zimmer gibts dann fuer 25 Franken mit Fruehstueck...

...und da ich schon lange keine Waschmaschine mehr gesehen habe, musste eben die Luxusjacusee des Hotels zur Reinigung meiner Waesche herhalten. Der Motor, welcher Blasen ins Wasser zaubern sollte war jedoch nicht wirklich stark genug, um meine Kleider zu saeubern...


ich im Hotel

unterwegs auf der Insel mit einer ganzen Gruppe Alleinreisender. In unseren lustigen Badekostuemen gingen wir wandern. Es war ein Riesengaudi!!! (Leute aus Frankreich, Brasilien, USA, Argentinien und der Schweiz. Wir haben uns die ganze Zeit ueber schoen brav in Portugiesisch unterhalten.)

Jeff aus Rio, die beiden Jungs aus Frankreich, Andrew aus den USA auf dem Boot

Mit Marcia aus Sao Paulo verbrachte ich viele lustige Naechte und wir joggten auch oft gemeinsam die Straende ab bei Tag. Die Leute konnten oft nicht glauben, dass ich die Schweizerin und sie die Brasilianerin ist :-)
Ich werde Marcia Ende August vor meinem Abflug in Sao Paulo besuchen gehen.

So sehen die Caipistaende aus. Das sind alles frische Fruechte, welche im Handumdrehen zu Caipirinhas, Caipiroskas und Caipirissas verarbeitet werden.

Ide besitzt diesen Stand und witzelte oft lange mit uns. Sie bereitet gerade meinen Caipi zu.

Ide, ich, Marcia hinter dem Stand

Ein Abend geht zu Ende und die Fruechte werden weggeraeumt

Am Strand am Abend

Manche Besitzer zuenden auch ihre Restaurants an...

Der Heimweg vom Ausgang
