HEIMKEHR
zurück an die Kälte
14.09.2008

Einen Tag vor Abflug wollte ich in Quito meinen Flug rückbestätigen. Obschon mir einige Leute gesagt haben, das sei doch gar nicht nötig. Es hat mich aber fast vom riesigen Hotelbett gehauen, als die Dame von IBERIA mir in schlechtem Englisch und halb Spanisch trocken verkündete. "Thanks for your call, but your ticket is not valid." (vielen Dank für den Anruf, aber ihr Ticket ist ungültig!!!)
Und das knappe 48h vor dem Heimflug! Ich versuchte rauszufinden, was sie genau damit meinte. Aber es war ihr nur zu entlocken, dass ich so nicht heimfliegen konnte... so ganz ohne Ticket.
Grrrrr.... es folgten Mails in die Schweiz und nochmals Telefonanrufe. Schliesslich musste ich sogar den Vulkanbesuch am folgenden Tag absagen, weil ich noch aufs Reisebüro in Quito gehen musste. So ein Ärger!!! Aber andererseits dachte ich mir, dass mir wirklich auf der ganzen Reise NIE nur das kleinste Missgeschick geschehen ist. Von daher war es ok, wenn's nun doch eine schwierige Situation gab.
Auf jeden Fall stresste ich den ganzen Vorabflugstag wegen dem doofen Ticket rum und hatte dann einen unheimlichen Stress all meine Sachen in nur vier Gepäcksstücke zu quetschen. So, dass ich die ganze Fuhr auch noch tragen konnte. Aber ich sage euch, ich glaube ich bin nun Pack-Weltmeisterin und falls jemand Tipps braucht, habt ihr meine Emailadresse :-)))
Den Abend dieses schrecklichen Tags verbrachte ich dann mit zwei coolen Schweizern und deren Reisetruppe um nochmals fein Essen zu gehen. Wir hatten es super lustig und ich beneidete sie so, da sie eben erst auf ihre sechsmonatige Reise gestartet sind...

Downtown Quito

Mein letzer Abend mit Tanja, Sascha und Co im Resti in Quito


Ich im Hostel. Die Frage des Abends: "WIE quetsche ich all meine Sachen in vier Gepäcksstücke???"
Der Flug in die Schweiz ging dann (mit neuem Ticket in der Hand) sehr gut. Niemand verzog eine Miene wegen meiner mittlerweile rund 45kg Gepäck, welche ich mit mir schleppte. Einzig die Eincheckdame runzelte ein wenig die Stirn über meine ZWEI Handgepäcke, welche auch noch zu gross waren ihrer Ansicht nach. Aber sie war enorm müde und gestresst und drückte deshalb beide Augen zu, welche ihr sowieso immer ein wenig zuzufallen schienen.
Ich verbrachte dann wieder Stunden mit Warten... Überflüssiger Weise musste ich dann erst 1h an die Küste Ecuadors nach Guyakil fliegen von Quito aus, dort 45min Warten und dann ins selbe Flugzeug wieder einsteigen, um über Quito hinweg nach Madrid zu fliegen. Dieser Umweg kostete mich lockere 3h mit aller Warterei und ich weiss bis heute noch nicht, was IBERIA sich bei dieser Flugroute gedacht hat.
Ich konnte natürlich beim Fliegen nicht schlafen, da es tonnenweise schreiender Kinder gab und ich zudem jede Bewegung des Flugzeugs registrierte und mit einem erschreckten Blick um mich rum quittierte. Mein Gott, nun bin ich in den letzten drei Wochen 12 Mal geflogen und hab immer noch Schiss!!!
In Madrid hörte ich dann das erste Schweizerdeutsch und konnte auch ohne auf den Bildschirm zu schauen an den Brillen und Kleidung der Wartenden sagen, welcher Flieger in die Schweiz flog. Es wurde dann auch fleissig gelästert und gemotzt und ich hatte echt schon wieder Mühe mit den Schweizern...
Im schönsten Sonnenschein bei 23 Grad stieg ich in Madrid in den Flieger, um in Zürich zwei Stunden später bei 13 Grad im Regen zu landen... Ausnahmsweise landeten wir sogar zu früh!Wir wurden dann auch mit dem ganzen Flugzeug ans äusserste Rändchen des Flughafens in Zürich gefahren, um dort im Regen auszusteigen und mit einem Bus die ganze Strecke wieder zurückzufahren. Dort erwartete mich eine sehr militärische Zollbeamtin, welche mich auch gleich wegen meines ununterschriebenen Passes anwäffelte. Bis anhin ist das also noch niemandem aufgefallen :-)) Der kalte, distanzierte Schweizergroof schockierte mich grad ein wenig. Welcome back!!!
Mein Gepäck rollte schon übers Band als ich noch durcheinander von der harschen Passkontrolle zum Baggage claim kam. Ich war grad ein Bitzeli beeindruckt über diese Geschwindigkeit, da das in Südamerika natürlich gaaaaanz anders ist :-)
Mit meinem Vollbeladenen Chäreli schlich ich dann durch den Ausgang "nothing to declare" und niemand schien sich dran zu stören :-))
Draussen warteten schon meine Familie und meine besten Freunde auf mich!!! Es war soooooooo schön alle wieder zu sehen!!! Auch wenn ich mittlerweile über 24h auf den Beinen war verspürte ich in dem Moment keine Müdigkeit mehr. Mir kam es vor, als sei ich erst vor 2 Wochen abgereist und die lange Reise sei nur ein Traum.
Wir gingen noch was trinken und ich fands einfach nur schön, alle wieder zu sehen. Nichts und niemand hat sich verändert in der Zeit, was mich natürlich auch freute.
Ich wusste so gar nicht, was ich denn alles erzählen sollte; ich hatte ja sooo viel erlebt! Auf jeden Fall musste ich meine unzähligen Mückenstiche ein wenig erklären... ich bin seit drei Wochen tooootal verstochen und das Jucken nimmt kein Ende! Das ist wenigstens eine kleine Erinnerung an Machupicchu.
Zum Glück brachte mir mein Vater noch ein wenig Geld an den Flughafen. Chaotisch wie ich bin, fiel mir erst bei der Landung ein, dass ich überhaupt keinen Rappen Schweizergeld bei mir trug und den Code meiner Bankkarte hatte ich in der Zeit auch vergessen! Tyyypisch! (wobei ich meinen Kontostand ja nicht unbedingt sehen will :-))) )
Ich fuhr dann mit dem Zug nach Basel, wo mit Evelyne schon mit einem Regenschirm bewaffnet begrüsste. Es war so schön, sie wieder zu sehen und die erste Nacht nicht alleine in einer kahlen Wohnung verbringen zu müssen! Nach 34 Stunden schlaflosen Stunden sank ich dann bei Evelyna auf der superbequemen Matte in einen komaähnlichen Zustand und schlief sooooo gut!
Tja und nun bin ich also wieder zurück. Nichts ist anders... nur ich hab mich glaub recht verändert. Ich merke, dass ich enorm enorm Mühe habe, wieder hier zu sein! Die Schweizer Mentalität war wirklich grad ein wenig gewöhnungsbedürftig für mich, auch wenn ich erst einen Tag hier bin. Ich hab glaub grad ein wenig ein Kulturschöckli!!!
Aber ich freute mich sooooo wahnsinnig über das Empfangskomitee am Flughafen, über die vielen lieben Willkommensmails und Anrufe. Darüber, dass ich wirklich merkte, willkommen zu sein zu Hause. Das war echt wuuunderschön. Und der Rest kommt auch wieder. Ich brauch glaub einfach ein wenig Zeit. Werde ja morgen mich schon wieder um die Schule kümmern und am Mittwoch vollgas loslegen. Der Alltag kommt ganz schnell :-)))

Überraschung am Flughafen!!! Meine Abholtruppe :-)) (ich vorne links im artgerechten Brasilienshirt mit den unzähligen Mückenstichen :-)) )

Und gleich gehts zum Mäc... wie in alten Zeiten :-))

Gemütlich was trinken und plaudern... so schön !

So verliess ich die Schweiz vor sieben Monaten

...und so kam ich zurück :-)) Es ist zum Schreien :-)

Mein Vater macht den Clown mit meinem Gepäck :-))))

Evelyna und ich

Es ist einfach genial wieder sooo gut zu Hause aufgenommen zu werden!

Wieder in meiner Wohnung angekommen. Hier sieht's aus wie im Hotel! Ich muss der Bude sofort wieder etwas Leben einhauchen! Aber dazu hab ich ja nun wieder Zeit :-)))
Eingestellt von puzzli2 4:16 PM Kommentare (0)
































































































































































































































































































































































































































































































































































